Himmlische Moral oder weltliche Ethik?

10.03.2019 • 16:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der menschlichen Natur gemäß: weltliche Ethik! Warum? Die von den Religionen verbreiteten leib- und lustfeindlichen, jenseitsorientierten Moralvorstellungen werden gespeist aus vorsorglich für „heilig“ und gottgegeben erklärten Büchern (Talmud, Bibel, Koran) und gelten nur für auserwählte Gruppen. Nur wer sie nicht kennt, kann sie für heutige moralische Leitlinien halten, enthalten sie doch bedenkliche Inhalte wie: Frauendiskriminierung, Hexen sollst du nicht am Leben lassen, Tod den Heiden, Ehebrecherinnen, Homosexuelle, Sodomie, Sabbatsarbeit und Gewalt: Wer seinen Sohn liebt, züchtigt ihn; Aug um Auge, Zahn um Zahn; Völkermord für Feinde oder Abtrünnige (Sintflut); Naturkatastrophen als Rache Gottes. Die Geschichte des „christlichen Abendlandes“ ist voll von Zeugnissen religiöser Moral: Verfolgung Andersdenkender, Hexen-
verbrennungen, Frauendiskriminierung, Missbrauchsskandalen, Religionskriegen etc. Österreich finanziert mit Steuergeldern Gedankengut aus verlorenen Zeiten im Religionsunterricht für 16 Bekenntnisse. Viel sinnvoller wäre es, einen verbindlichen Ethikunterricht für alle einzurichten, der heutigen Wertvorstellungen (weltlicher Humanismus) entspricht und Leitlinien für ein friedliches Miteinander aufzeigt: Freiheit der Person, Meinungsfreiheit, Selbstbestimmungsrecht, Freiheit der Religion, aber Trennung von Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Geschlechter, Empathie, Toleranz gegenüber Andersdenkenden (im Rahmen des Rechts), Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Zugang zu Bildung und Wohlstand (soziale Gerechtigkeit). Verbindlicher Ethikunterricht dieser Art wäre wertvoll und zeitgemäß. Faßmann, fasse es!

Josef Sohler, Lustenau