Sexueller Missbrauch – Strafe und Sühne

Leserbriefe / 13.03.2019 • 18:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN Leserbrief vom 12. März 2019
VN Leserbrief vom 12. März 2019

Den Leserbrief von Dr. Margit Türtscher-Drexel (VN vom 12.3.19) möchte ich nicht eingehend kommentieren. Ich beziehe mich auf eine Aussage. Es spielt den Tätern in die Hände, wenn man pauschal von 30 Prozent der Fehlanzeigen spricht. Es spielt den Tätern auch in die Hände, wenn wir den Zölibat in Zusammenhang mit Kindesmissbrauch bringen. Jeder gesunde, erwachsene Mensch (auch Priester) hat die Möglichkeit, seine Sexualität, ohne Kinder zu benützen, auszuleben. Kindesmissbrauch geschieht auch von nicht zölibatär lebenden Menschen, von Familienvätern. Der Täter wird automatisch in die Rolle des armen Opfers gestellt. Die Aussagen von Missbrauchsopfern werden oft infrage gestellt. Sie haben ein Leben lang unter den Folgen zu leiden. Es gibt nicht wenige Täter, die sich trotz einer Verurteilung ein Leben lang als armes, bemitleidenswertes Opfer präsentieren. Oft finden sie auch noch Unterstützer. Leider auch in der katholischen Kirche. Wo bleibt die Sühne vieler Täter?

Maria Sandtner, Lustenau