Ethik und Religion

15.03.2019 • 17:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Himmlische Moral oder weltliche Ethik“, VN vom 11. 3. 2019:

Herr Josef Sohler hat in seiner Abhandlung Ethik und Religion einen Vergleich vorgenommen, den man nicht so machen sollte. Ethik kann man nicht mit Religion vergleichen, da es so viele Ethikrichtungen gibt und keine davon eine Richtschnur für menschliche Vernunft ist. Es gibt europäische, amerikanische, arabische, afrikanische, chinesische, japanische, indische Ethik usw. sowie christliche, islamische, buddhistische, jüdische, hinduistische und philosophische usw. Ethik. Ethik hat in der Menschheitsgeschichte seine Berechtigung, aber Ethik kann nicht der Menschheit eine heilsame und gesunde Beziehung ermöglichen. Die christliche Botschaft von Versöhnung, Barmherzigkeit, Selbst-Nächsten- und Gottes Liebe, Hoffnung, Vertrauen auf Gott, Dankbarkeit, Verzeihung und vor allem die Botschaft der Akzeptanz und Gebet hat vielen Menschen weltweit Lebensorientierung und Lebenskraft gegeben. Die christliche Religion von Umkehr und Wüstenstille hat Menschen geholfen sich zu verwandeln. Ethik mit seiner vernünftigen Errungenschaft kann Menschen helfen einiges im Leben zu überprüfen, jedoch kann Ethik niemals Menschen ermutigen seine Feinde zu lieben. Hier wird die Grenze der Ethik sichtbar. Jede Art Vernunft und Glaube zu vergleichen, führt immer in eine Sackgasse. Vor allem alle Arten von Schwarz-Weiß-Malerei helfen nicht der menschlichen Integration. „Liebe ohne Vernunft ist naiv, Vernunft ohne Liebe ist kalt und Liebe mit Vernunft ist Weisheit.“ (Lebensweisheit)

Mag. Dr. John Okoro, Bischof em. der Altkatholischen Kirche Österreichs, Schwarzach