Mitschuld an
Kälbertransporten

Leserbriefe / 05.04.2019 • 15:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Laut Leserbrief des Herrn Hermann Sinz tragen also auch jene Menschen, welche sich für die Verminderung des Kälberleides einsetzen und aus diesem Grund kein heimisches Kalbfleisch kaufen, Mitschuld an den Kälbertransporten ins Ausland. Ein verantwortungsbewusster Tierhalter sollte vor der Anschaffung zunächst einige grundsätzliche Überlegungen über die individuellen Interessen der Tiere an Leben, Selbsterhaltung und artgerechter Selbstentfaltung anstellen.

Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Niemand hat das Recht, ihnen Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen, noch ihre Würde zu missachten! Der triste Alltag der sogenannten „Nutztiere“ besteht jedoch darin, in möglichst kurzer Zeit immer noch mehr Milch und Fleisch zu produzieren. Das Resultat solcher Anforderungen sind krankheitsanfällige, überzüchtete Geschöpfe, die mit Medikamenten vollgepumpt werden müssen, um sie am Leben zu erhalten. Um die Milchleistung der Milchkühe nicht zu verringern, müssen diese regelmäßig Kälber gebären, welche allerdings gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt werden. Spätestens wenn bei einer Veranstaltung im Kulturhaus Dornbirn zum Thema „Landwirtschaft heute“ ein Landwirt mit der Feststellung „Stierkälber sollten am besten schon tot zur Welt kommen“ aufhorchen lässt, ist der Konsument gefordert, das verheerende Leid der Tiere nicht länger zu ignorieren, sondern sich mit den Lebensbedingungen dieser ausgebeuteten Geschöpfe auseinanderzusetzen und endlich zum Wohle der Tiere zu handeln.

Edith Ritter, Hohenems