Bikepark Brandnertal

Leserbriefe / 11.04.2019 • 17:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Beim bestehenden Bikepark Brandnertal handelt es sich um eine heikle touristische Arena für eine Minderheit von actionbegeisterten Downhill-Bikesportlern. Konzipiert von rührigen Businessbetreibern, zu Lasten von ökologisch wertvoller Naturlandschaft, Qualitätstouristen und besorgter Bevölkerung. Geworben wird mit Freeride- und Downhillspaß für die ganze Familie inklusive trendiger Megaspektakel. Von Anfängern wird jedoch Überwindung eingefordert, denn das Bike-Erlebnis ist nicht nur für Athleten äußerst riskant. Für Verbraucher gilt zwar eine gesetzlich berechtigte Erwartung für Sicherheit und Gesundheitsschutz, trotzdem werden sogar Minderjährige unvertretbar hohen Unfallrisiken, mit ernsten Blessuren, ausgesetzt. Die enorme Verletzungsquote zeigt sich an den zahlreichen Rettungs-, Helikoptereinsätzen sowie angefüllten Unfallambulanzen. „No risk – no fun.“

Somit dürfte es sich bei den smart beworbenen Herausforderungen für Downhill-Racer und Verbraucher um gewerblich praktizierte Gefährdung der körperlichen Sicherheit bzw. Gemeingefährdung an Spitzen-tagen handeln. Pecunia non olet. Massive Beeinträchtigung der Umwelt und immense Verletzungshäufigkeit werden von Betreibern wohl einkalkuliert. Projektverantwortlichen sowie unterstützenden Politikern wäre deshalb eine Gewissenserforschung angeraten. Behörden und Staatsanwaltschaft sollten auch die unvertretbar hohen Gefährdungen und Unfallquoten genauer inspizieren. Jedenfalls möge dem riskanten Nervenkitzel kein zusätzlicher Quadratmeter schützenswerter Heimat für den Bikepark-Ausbau und Steigerung der Unfallzahlen zum Schaden des sensiblen Ökogebietes, kultivierter Naturliebhaber und künftiger Generationen geopfert werden.

Hans Kegele, Bürs