Die Liebe lebt

Leserbriefe / 14.04.2019 • 17:25 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Ich habe mit Freude das VN-Interview mit der Frau, die seit 15 Jahren ihren Mann pflegt, gelesen. Auch mein Mann hat mich sechs Monate ein- bis dreimal wöchentlich zehn Kilometer zur Chemotherapie begleitet und mich dann zu Hause mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit gepflegt. Als Folgeerscheinung brach mir dann ein Wirbel, und seitdem führt er den gesamten Haushalt. In Schmerzpausen kann ich ein bisschen etwas tun, sonst verschone ich ihn mit Jammern. Wir lieben unseren Italienurlaub. Er geht vormittags in die Stadt und fotografiert, bummelt im gedeckten Markt, liest im Café eine Zeitung. Ich liege am Pool und lese am laufenden Band englisch- und französischsprachige Krimis, Zweig-Romane oder wiederhole Gedichte von Goethe, Rilke, Nietzsche. Ich finde, es ist nichts so erstrebenswert, wie die Liebe zu leben: im privaten Bereich und im Beruf. Die Liebe schenkt erfülltes Leben und Freude.

M. De Rosso-Zsulits, Bregenz