Treibjagd in
Fontanella

15.04.2019 • 16:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die vor Kurzem veranstaltete Treibjagd in Fontanella ist ein neuerlich bedauerlicher Beleg dafür, dass Wildtiere in Vorarlberg durch das Forst-Jagd-System keinen ausreichenden Schutz erhalten. Weder durch das Jagdgesetz, noch durch das Tierschutzgesetz. Denn in diesem ist die Ausübung der Jagd ausgenommen. Dass eine derartige Jagdmethode durch einen Jagenden durchgeführt wird, entspricht, wie nun berichtet wurde, nicht den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit. Und da hat es sich dann auch mit dem Wildtierschutz. In seinem Revier kann ein Jagdnutzungsnehmer mehr oder weniger tun und lassen, was er will, wenn dies durch die behördliche Überwachung im Rahmen der Jagdaufsicht (d. h. Jagdschutzorgane, Waldaufseher, Kontrollorgane) gutgeheißen wird oder der Jagende ein gutes Auskommen mit ihnen hat. Das Jagdschutzorgan unterliegt dabei eigentlich den Weisungen des Landes Vorarlberg, sein Geldgeber ist allerdings der Jagende selbst. Eine entsprechende Petition „Fairness für Wald und Wild“ gab es bereits vor zwei Jahren (die VN berichteten). Zugesagt wurde, eine(n) Tierethiker(in) in sogenannten Wald-Wild-Dialogen sowie in Abschussplanungen zu implementieren. Leider nur Lippenbekenntnisse.
Wildtiere haben in Vorarlberg keinen adäquaten Schutz. Um ihre Lebensrechte zu schützen, muss die Ausübung der Jagd im Tierschutzgesetz verankert werden.

Ulli Schmid, Götzis