Karfreitag I

Leserbriefe / 22.04.2019 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die österreichische Regierung hat nach einer Erkenntnis des EuVG den Karfreitag als Feiertag abgeschafft, aber andererseits ermöglicht, diesen als persönlichen Feiertag zulasten der eigenen Urlaubstage zu nehmen. Dieser Entscheid hat viel Ablehnung erfahren. Können wir ihn aber nicht auch positiv sehen? Wir leben in einer Zeit, in der wir alles zum Nulltarif wollen, auch kirchliche Feiertage. Wir nehmen diese Feiertage als selbstverständliche Urlaubstage in Anspruch, ohne uns zu fragen, warum diese Tage frei sind. In vielen Teilen der Welt kostet Christsein viel, oft sogar das Leben. Alle fünf Minuten stirbt ein Christ für seinen Glauben. Nun könnte der Karfreitag, einer der Eckpunkte des christlichen Glaubens, eine Möglichkeit sein, sich als Christ zu „outen“ und zu zeigen, dass es der christliche Glaube wert ist, einen Urlaubstag dafür zu opfern. Dieser Tag sollte aber nicht dazu dienen, früher in die Osterferien zu fahren, sondern an einem Gottesdienst in der jeweiligen Kirche teilzunehmen. Vielleicht rümpfen dann Kollegen die Nase, aber es ist ein Glaubenszeugnis. Auch Katholiken könnten den Karfreitag als persönlichen Feiertag beanspruchen, denn er ist für sie genauso wichtig. So könnten Katholiken auch ein Glaubenszeugnis abgeben und sich mit ihren nichtkatholischen Glaubensgeschwistern solidarisieren. Ökumene nicht als Theorie, sondern ganz praktisch gelebt.

Dr. Wolfgang Hämmerle,

Lustenau

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