Lagerdramen vor den Toren Österreichs

Leserbriefe / 24.04.2019 • 17:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die gestrige Ö1 Radio Sendung Journal Panorama befasste sich mit der Vorort-Dokumentation der Flüchtlingssituation in Una Sana bei Bihac im Nordwesten Bosniens an der kroatischen Grenze, keine 300 km von der österreichischen Grenze entfernt. Dort werden Flüchtlinge aus Asien und Afrika ohne beheizte Unterkunft, ausreichendes Essen oder gesundheitliche Versorgung von Frontex und IOM, der internationalen Flüchtlingsorganisation, recht und schlecht in vielfach überfüllten Lagern festgehalten. Die Polizeigewalt der kroatischen Grenzwächter im «Dschungel der Grenze» und die Grenzübertrittsversuche, genannt «the game», sind von massiven Gewalteinsätzen mit vermummten prügelnden Polizisten ausgeführt. Menschen werden wie Hasen im Wald gejagt. Kettenabschiebungen ohne rechtmässige Abklärungen der Fluchtgründe werden tagtäglich zu Tausenden durchgeführt. Das sind die Früchte der Fluchtroutenschließung unseres jungen Bundeskanzlers Kurz. Ein Schreibtischtäter, der sich die Hände nicht schmutzig macht, während außerhalb unserer Grenzen andere die Schmutzarbeit machen. Das kennen wir doch aus dunklen Zeiten. Und solche Leute wollt ihr wiederwählen? Nein, wir brauchen nicht alle aufzunehmen, aber eine menschenwürdige Behandlung und Klärung der Fluchtgründe verdienen die Menschen nach internationalem Recht und wir haben dort vor Ort auch unseren Beitrag zu leisten – nicht mit prügelnden Frontex Soldaten. Kurz: Verantwortung trägt einen anderen Namen!

Klaus Begle, Hohenems

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