Uralt-Technologie-Motorräder

Leserbriefe / 25.04.2019 • 17:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als ich vor vier Jahrzehnten selbst per Motorrad die Gegend unsicher machte, waren diese zweitaktangetrieben und vergleichsweise leise. Irgendwann machte diese Technologie dann aber einen Rückwärtssalto in die Steinzeit des Motorradbaus und Vorarlberg wurde zum Harley-Davidson-Land. Diese Steinzeit-Kübel mit der Technologie der 1940er-Jahre entlassen das weit zu wenig verdichtete explosive Gemisch mit schlechtem Wirkungsgrad (< 10 %) fast ungedämpft. Das erbringt trotz exorbitanter Hubräume eine geradezu lächerliche Leistung, verursacht umgekehrt aber infernalische Explosionsgeräusche in weithin hörbaren Tieftönen. Namhafte Psychologen meinten zu diesem Lärmphänomen, dass der extreme Lärm manche Fahrer sich ähnlich einem brüllenden Kriegers fühlen lässt und naive Gemüter – wie in Bregenz erlebbar – richtig Gas geben lässt, wenn Personengruppen in Sichtweite sind. Heute sind aber nicht nur besagte Vorarlberger Steinzeit-Motorradfahrer mit diesem infernalischen Krach unterwegs, sondern an Wochenenden auch Massen von deutschen Motorradfahrern mit ebenso diesen Steinzeit-Motorrädern durch Bregenz. Ich rege daher an, dass sich die hiesige Polizei dieser „Fred Feuersteins“ auf deren Uralt-Technologie-Karren annimmt. Wenn sich nämlich im Grenzraum herumspricht, dass man auch in Vorarlberg kontrolliert wird und für die zu laute „Schnätara“ die Nummer abgenommen bekommt, hört sich dieser Unfug auf – hoffentlich auch bei den hiesigen „Fred-Feuersteins“!

Edmund Nagel,

Bregenz

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