Lernen Sie das Einmaleins, Herr Schieder

Leserbriefe / 02.05.2019 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich traute meinen Augen nicht, als ich die Forderung in den VN vom 29. April auf Seite A3 mit der Headline „Zwei zusätzliche Feiertage und eine 30-Stunden-Woche“ – natürlich bei vollem Lohnausgleich – las. Diese Forderung des SPÖ-Spitzenkandidaten für die bevorstehende Europawahl, Andreas Schieder, hat dieser vor allem mit Produktivitätsfortschritten begründet. Ich kann mich nur wundern, dass ein studierter Volkswirtschaftler solche Ansichten vertritt. Nach meiner Meinung sollten Erfolge bei der Produktivität der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der Erhöhung der Einkommen der Beschäftigten bei gleichzeitiger Reduzierung der Abgabenquote dienen aber nicht der Ausweitung der Freizeit, die viele Mitbürger ja gar nicht finanzieren können. Leider hatte Herr Schieder nicht das Glück, in der Nachbarschaft von Ländern wie der Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg aufzuwachsen so wie wir, wo man miterleben konnte, wie sich diese Länder seit den 1950er-Jahren entwickelt haben. Von den Volksinitiativen in der Schweiz gar nicht zu reden, wenn ich an die Abstimmung „Sechs Wochen Ferien für alle“ denke, die 2012 von 66,5 Prozent der Bevölkerung abgelehnt wurde und wo heute noch in den meisten Unternehmungen 42 Wochenstunden gearbeitet wird.

Elmar Gasser, Dornbirn