Türkise Tünche

02.05.2019 • 16:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Ratten, Ausreisezentren, Bevölkerungsaustausch“, es ist die Sprache, die in der FPÖ gepflegt wird. Es ist die Sprache eines nekrophilen Neofaschismus, der hier propagandistisch aufgekocht wird – und das hier öffentlich eigentlich Unsagbare führt scheinbar zur Ausschüttung von Glückshormonen bei der extremen Rechten, deren Vertreterinnen in höchsten österreichischen Regierungsämtern und Minister-Sekretariaten sitzen. Dass sie in diesen Ämtern fungieren können, verantwortet der gegenwärtige Bundeskanzler. Kurz wird nun die Geister nicht mehr los, die er selbst in die Regierung geholt hat, er selbst hat sich ja ganz bewusst der Umsetzung eines FPÖ-Programmes verschrieben. Seine türkise Tünche, die auf Schwarz-Blau basiert, färbt ab, durchdringt alle Fugen dieses Staates und hat kein Rezept, wenn diese Farbe gelegentlich braun aufschimmert. Dies scheint der tiefste, übelste Nährboden dieser Regierung zu sein, der die Kanzlerschaft des umfärbenden, historisch desinteressierten Jungkanzlers miternährt. Manche Altgranden der ÖVP rechtfertigen diesen Stil mit ihrem politischen „Machtgewinn“- womit er erkauft wird und welche desaströse Wirkung er in der österreichischen Demokratie darstellt, entzieht sich ihrem Blickfeld. Die Knebelungsverträge, die die Vorstandsmitglieder der ÖVP, unter ihnen auch die Landeshauptleute, unterschrieben haben, um diese türkise Machtübernahme zu ermöglichen, rächen sich. Nur eine Trennung aus dieser Verfilzung kann Österreich aus diesem türkis-blau-braun-stinkenden Sumpf herausziehen.

Andreas Postner, Rankweil