Hass und Massen-morde an Ostern

Leserbriefe / 05.05.2019 • 17:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Charles E. Ritterband bezeichnet „Hass“ zu Recht als Ursache für die die ganze Welt erschütternden Massenmorde der jüngsten Zeit. Wenn er aber „rechtsradikale Christen, die Muslime und Juden ermorden“ und „extremistische Muslime, die Christen ermorden“ nebeneinander stellt, dann verschiebt sich einfach der Blick auf die Realität. Erstens konnte sich der Täter in Neuseeland für seine Tat nicht auf christliche Grundsätze berufen und zweitens tat er es auch nicht. Die Christen – und in Sri Lanka explizit die Katholiken – sind seit Jahren dem mörderischen Hass der Muslime ausgesetzt und die letzten Jahre vermehrt an Weihnachten und Ostern Opfer von Bombenanschlägen geworden. Seit 2015 sind jedes Jahr heilige Messen an Ostern Ziel von Bombenanschlägen mit zwischen 50 und 300 Toten gewesen. Allein in Nordnigeria wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahres 700 bis 800 Christen von Muslimen ermordet.

Ndagoso, Erzbischof der Erzdiözese Kaduna in Nordnigeria, sagte: „Sie töten Christen wie Hühner.“ Nur besteht der Unterschied dieser Mordtaten darin, dass die Täter sich explizit auf Koransuren, auf die Scharia und auf das Vorbild von Mohammed berufen. Die Ausführungen Ritterbands treffen somit nur wenig die Ursache der Gesamtproblematik. Sein Anliegen, Hass in welcher Form auch immer zu bekämpfen, kann man aber nur unterstützen.

P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn