Wahrlich brutal

Leserbriefe / 06.05.2019 • 18:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Verein gegen Tierfabriken startet eine Kampagne gegen die Haltung von Mastschweinen auf Vollspaltenböden. Die Argumentation ist so einfach wie überzeugend, wie sie bei der Käfighaltung der Legehennen war: Die Tiere erleiden in diesen intensiven Haltungssystemen massive Schäden. Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger verteidigt die Vorarlberger Schweine-
mäster aus gutem Grund, weil der Vollspaltenboden beim 3G-„Ländle-
Schwein“ verboten ist. Die Alp-
schweine bekommen zumindest Auslauf, wenn auch meist befestigt und keine Weide. Dass der Markt brutal ist, stimmt auch. Leider hat die Landwirtschaftskammer selbst an diesen Regeln mitgewirkt, wenn die AMA (Agrar Markt Austria) auf Vollspalten gehaltene Schweine mit ihrem „Gütesiegel“ auszeichnet. Gleichzeitig wird die Kennzeichnung von Fleisch nach der Art der Tierhaltung seit Jahren blockiert. Vermutlich kein Zufall, denn nach dem Muster der Eierkennzeichnung müsste die AMA den Großteil ihres Gütesiegelfleisches mit der schlechtesten Note 3 (= gesetzliche Mindestnorm = Spaltenboden) kennzeichnen. Echt brutal.

Dr. Erik Schmid, Fachtierarzt für
Tierhaltung und Tierschutz, Götzis