Afrika fördern

09.05.2019 • 16:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Demonstration
gegen Asylpolitik kehrt nach Bregenz zurück“ vom 6. Mai 2019:

Die gutgemeinten Sonntagsdemonstrationen zeigen nur die lokalen Missstände auf und haben keinen Einfluss auf das weltweite Flüchtlingsproblem, das nur in deren Herkunftsländern gelöst werden kann. Vor allem für Afrika, wo es alle hundert Tage sieben Millionen zusätzliche Menschen gibt, muss eine rasche Lösung gefunden werden. Bis 2050 werden sich die 1,2 Milliarden Afrikaner mehr als verdoppeln. Das geburtenreichste Land Nigeria, wo jedes Jahr mehr Kinder als in ganz Europa geboren werden und wo der enorme Ölreichtum an den Menschen vorbei in dunkle Kanäle verschwindet, zeigt die afrikanische Realität. Laut einer aktuellen Studie wollen etwa eine halbe Milliarde Afrikaner in den nächsten Jahren nach Europa oder in die USA. Diese Massen wird man mit Auffanglagern und Zäunen nicht stoppen können, da sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Die EU hätte vor Jahren, als das Flüchtlingsproblem schon vorhersehbar war, bereits in afrikanische Arbeitsplätze investieren müssen. Kurzfristig können nur in den Infrastrukturen, in der Landwirtschaft und in den Billigproduktionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die zeitaufwendigen neuen Technologien fehlt den meisten Afrikanern noch die erforderliche Ausbildung. Mit etwas Kreativität könnte die EU zum Selbstschutz und der bereits vorhandenen Angst vom weltweiten Wirtschaftseinfluss der Chinesen, die für den Großteil der Welt im Billigpreissektor produzieren, in Afrika diese Produktionen aktivieren.

Alfred Fuchs, Dornbirn