FPÖ steht nicht zu ihrer Gesinnung

Leserbriefe / 09.05.2019 • 18:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich unterstelle dem Großteil der FPÖ-Wähler(innen) keineswegs eine rechtspopulistische Gesinnung. Ich unterstelle aber dem Großteil des FPÖ-Führungskaders eine starke rechtspopulistische Weltanschauung. In Brüssel sitzt die FPÖ im Schulterschluss mit der äußersten Rechten und wird nicht müde, die Zerschlagung der EU zu fordern. Was jedoch bei allen diesen rechten Parteien anders ist, sie stehen zu ihrer Gesinnung und ich habe noch nie gehört, dass Aussagen oder Aktionen von Funktionären entschuldigt oder als Missverständnis oder Falschinterpretation dargestellt werden. Mit Ausnahme der Lega Nord sitzt allerdings keine dieser Parteien in einer Regierung und muss daher auch keine „Kreide fressen“.

In der FPÖ ist es an der Tagesordnung, dass Herr Strache fast täglich einen Sager, ein Gedicht oder eine als rechtsextrem erkennbare Aktion als falsch verstanden, nicht so gemeint, aus dem Zusammenhang gerissen verteidigen muss. Mich wundert, dass Herr Strache so viel Kreide vertragen kann. Ich frage ernsthaft, warum stehen die Funktionäre der FPÖ nicht hinter ihrer Partei und sagen offen und unmissverständlich, wer die FPÖ ist und was sie will. Sie müssten sich dann nicht jeden Tag rechtfertigen und die vielen „Missverständnisse“ aufklären. Es wäre allen Wählern gegenüber nur fair, wenn die FPÖ ein Bekenntnis zu ihrer Gesinnung klar und deutlich abgeben würde. Wir wissen dann, was drinnen ist, wenn FPÖ draufsteht.

Werner Sulzer, Bregenz