Hausärztealarm

12.05.2019 • 15:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Hausärzte fordern Wertschätzung“ vom 9. Mai 2019:

Die meisten Menschen möchten ihre letzten Lebenswochen, Tage und Stunden in der vertrauten Umgebung erleben, sei es zuhause oder im Pflegeheim. Seit Jahren sterben in Vorarlberg konstant ein Drittel daheim und 20 Prozent im Heim. Das ist im nationalen und internationalen Vergleich hervorragend, ermöglicht durch eine flächendeckende Hauskrankenpflege mit einem Anteil von 80 Prozent diplomierten Pflegekräften. Oft werden in der Endphase noch Notärzte gerufen und sinnlose Krankenhauseinweisungen durchgeführt. Hier haben wir jedoch sehr viele engagierte Hausärzte mit palliativmedizinischer Weiterbildung und gepflegter Kompetenz. Ein verblühendes Leben braucht breite Unterstützung und intensive Kommunikation mit allen Beteiligten: Betroffene, Angehörige, Pflege und Medizin. Diese Zusammenarbeit ist zeitlich und auch emotional aufwändig. In der Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Kultur braucht es entsprechende Wertschätzung. Zeit ist Geld, sagt man so locker, so lange man im Berufsleben steht. Es wird sich lohnen, hier auf Würde beim Hinübergehen zu achten und diese Leistungen entsprechend zu honorieren.

Prof. Dr. Gebhard Mathis, Rankweil