Wolf in der

Leserbriefe / 15.05.2019 • 17:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kultur­landschaft?

Seit Jahrtausenden schaffen Menschen auf allen Erdteilen Kulturland. Weidetiere, Äcker, Felder und Wälder sind Ressourcen, die zu unserer Ernährungssouveränität beitragen. Vor über 100 Jahren wurden die Wölfe in unseren Breitengraden ausgerottet, weil sie für die Menschen auf dem Land eine ständige Gefahr darstellten und ihre Lebensgrundlagen zerstörten. Heute will man in ganz Europa das Raubtier wieder ungebremst ansiedeln, obwohl die Bevölkerungsdichte zunimmt. Diesem Ziel dient der „Aktionsplan zur Wiederansiedlung des Wolfes in Europa“, den Dr. Luigi Boitani von der Universität Rom im Jahr 2000 vorlegte. Die Wiederansiedlung erfolgte also nicht spontan, sondern sie wurde aktiv unterstützt. In Frankreich und Deutschland sind in den letzten zwei Jahrzehnten die Wolfbestände stark gewachsen. Weidetierhalter kämpfen um ihre Existenz. Die Bevölkerung auf dem Land beklagt die sinkende Sicherheit und abnehmende Lebensqualität. In Frankreich wurden im Jahr 2017 rund 10.000 Schafe trotz des eingeführten Herdenschutzes gerissen. Wölfe sind schlau und lernen schnell die Schutzmaßnahmen zu überwinden. Im Rudel greifen sie Herden tagsüber an. In der Schweiz, mit relativ wenigen Wölfen, mehren sich die Probleme. 2018 wurden in Graubünden 115 Nutztierrisse durch den Wolf verzeichnet – meist Schafe! Die verletzten und vermissten Tiere nicht mitgezählt!

Claudia Jenny, Hard