Kein Vier- oder Fünf-Sterne-Standard

Leserbriefe / 16.05.2019 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unsere „K+K-Regierung“ reagiert ziemlich dünnhäutig, wenn ihr Prestigeprojekt „Migrationspolitik“ (oder: „Ausreisepolitik“?) nicht gelobt wird. Der eine bellt wie ein angeschossener Wachhund, der andere nimmt seine Schäfchen in Schutz: Österreich habe doch schon genug getan. Dabei habe ich noch nie gehört, wie er die Tausenden Österreicherinnen und Österreicher gelobt hat, die sich in freiwilligem, persönlichen Engagement um Sprache und Wohlergehen der eingewanderten, meist jungen Menschen gekümmert haben. Im Gegenteil: Man hat eher das Gefühl, man hält diese vielen Idealisten für naiv („Gutmenschen“), die noch dazu mit ihren Integrationsbemühungen die Desintegrationsbemühungen der Regierung torpediert haben. Was mich schon ziemlich verwundert, ist, dass diese Verteidiger des christlichen Abendlandes offenbar die Bergpredigt noch nicht gelesen haben: Selig die Sanftmütigen, die Barmherzigen, Friedfertigen, nach Gerechtigkeit Dürstenden etc. Ich würde vor allem unserem Innenminister keinen Sprachkurs, sondern das Studium dieses Christenprogramms verordnen und trotz Reisewarnung einen Aufenthalt in Kabul. Dort würde ich ihn aber nicht im Hotel Hilton einchecken lassen, sondern in einem Einreisezentrum. Das dürfte ruhig fünf Sterne haben.

Pfr. Arnold Feurle, Bregenz