Ibiza und der
Schweineskandal

Leserbriefe / 03.06.2019 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Herr Huber vergleicht die Ibiza-Enthüllungen mit der Aufdeckung des Schweineskandals vor einigen Jahren. Mit der Wortwahl hat er nicht ganz unrecht, denn was der Öffentlichkeit in Ibiza über Parteienfinazierung präsentiert wurde, kann man getrost als Schweinerei bezeichnen. Aber es gibt meiner Ansicht nach doch einen wesentlichen Unterschied. Während es den Aufdeckern des Schweineskandals um die Sache ging und sie mit den Fakten sofort an die Öffentlichkeit gingen, lief Ibiza vollkommen anders. Wenn es um die Sauberkeit in der Politik gehen sollte, wie die Ibiza-Initiatoren angeben, warum sind sie nicht 2017 an die Öffentlichkeit gegangen? Stattdessen verpackten sie ihre Fakten in eine Zeitbombe, die sie nach eigenem Gutdünken nun teilweise gezündet haben. Man fragt sich, wem es nützt. Wenn Herr Huber der Ansicht ist, die Ibiza-Aufklärer hätten einen Preis verdient, so würde ich den Hosenband-Orden vorschlagen. Dessen Wahlspruch lautet: Honi soit qui mal y pense. Auch wenn ich nun verachtet werde, weil ich schlecht darüber denke, ich bin sicher nicht der Einzige.

Dr. Bernd Aberer, Götzis