Frauenaufstand

Leserbriefe / 05.06.2019 • 18:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In verschiedenen Ländern gibt es zurzeit eine Art Aufstand der kirchlich aktiven Frauen in der katholischen Kirche. Es sind Frauen, die sich dazu bekennen, ihre Kirche zu lieben und zu schätzen. Und trotzdem tun sie, was sie eigentlich nicht tun „dürften“. Sie wünschen sich eine Gleichstellung der Frauen mit den Männern in der Kirche und plädieren für eine Zulassung der Frauen zu allen Weiheämtern. Sie wissen, dass Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren(!) mit all seiner „unfehlbaren“ Autorität verkündet hat, dass die Kirche keine Vollmacht besitze, Frauen zu weihen. Dieser Verkündigung fügte der damalige höchste kirchliche Gesetzgeber das strenge Verbot hinzu, weiterhin über diese Frage auch nur zu reden. In Österreich ist der Aufstand der Frauen geprägt vom Geist kritischer Loyalität. Sie wollen die Kirche, wollen aber auch, dass diese ihre Entwicklung auf den heutigen Stand bringe. Zwischen Ostern und Pfingsten meldet sich im Internet (Initiative „bleiben erheben wandeln“) jeden Tag eine andere Frau zum Thema. Getragen wird die Initiative von einer Gruppe junger Theologinnen aus Tirol, unterstützt durch das Frauenreferat der Diözese Innsbruck und weitere vier prominente Katholikinnen, die in wichtigen Institutionen arbeiten bzw. leiten. Die erwähnte Initiative soll keine Eintagsfliege bleiben. Die vorwärtsstrebenden Frauen wollen keine Ruhe mehr geben, bevor sie ihre Ziele erreichen.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn