Rauchverbote

Leserbriefe / 07.06.2019 • 19:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Lohnt es sich unter dem Unstern des zum Ideal gepriesenen Wachstums, gesund noch länger zu leben? Dieses Ideal öffnet zusehends die Schere zwischen Betuchten und „Ausgezogenen“. Der brillanter Banker und Redner E. Macron erweitert nun das Rauchverbot bis in die Pariser Parks und schafft damit schleichend und konsequent die Spaltung der Gesellschaft. Eine Art Isolierung im umgekehrten Sinne: Man schließt die unliebsamen, eh schon an den Rand der Gesellschaft getriebenen oder geratenen Menschen (Obdachlose, Einsame, Arbeitslose etc.) aus. Ich vermute, dass die Rauchverbots-Befürworter zu Hause über genug Freiräume verfügen, um sich zwecks Erholung und Abdampfen nach stressigem Arbeitstag zurückziehen zu können. Aber wie geht es den schwer Arbeitenden, die in einer kleinen Wohnung nur das Badezimmer als Rückzugsort haben? Früher trafen sich manche im Wirthaus, um sich mit Freunden auszutauschen und um dabei ein Glas Wein zu trinken und eine Zigarette zu rauchen. Nikotin beruhigt und senkt die Aggressivität. Das sollten sich die Seelenspezialisten durch den Kopf gehen lassen.

Marie-Thérèse Mercanton, Bludenz