Wahlzuckerl für Grenzgänger?

Leserbriefe / 10.06.2019 • 18:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Seit Jahren ist die Besteuerung der Grenzgänger eine bekannte Ungerechtigkeit. Einerseits werden beim Kapitalbezug aus der Pensionsvorsorge sofort 50 Prozent Steuerabgabe fällig, andererseits werden die laufenden Pensionen nicht auf 14 Bezüge umgerechnet. Dadurch entsteht eine diskriminierende Besteuerung des 13. und 14. Monatsgehaltes gegenüber den in Vorarlberg beschäftigten Arbeitnehmern. Auch wenn das von eher in Lethargie verharrenden Grenzgängerverbänden kritisiert wird, wurde von der Politik noch nie ernsthaft gehandelt. Warum auch? Ist es doch leicht lukriertes Steuergeld, das in irgendwelchen Kanälen versickert. Wäre die Besteuerung gerechter, ergäbe dies eine nicht unerhebliche Kaufkraftsteigerung in privater Hand direkt im Inland. Wenn nun in Zeiten des Wahlkampfes die Wählerschaft auf Stimmenmaximierung segmentiert wird, sind die Grenzgänger eine nicht unerhebliche Gruppe. Allein, mir fehlt der Glaube, ob die wirkliche Lösung des Problems nach den Wahlen noch auf der Agenda irgendeiner Partei steht. Erfahrungsgemäß werden solche Versprechungen schnell „vergessen“ bzw. eben nur zur Stimmenmaximierung kolportiert. Nach meiner Meinung viel wirksamer wäre die Gründung einer Grenzgängerpartei. Bei der sicher hohen Solidarität der Grenzgänger könnte so leicht der Einzug ins Landesparlament geschafft werden. Das würde den Grenzgängern – auf Kosten der jetzigen Parteien – sicher mehr Gewicht verleihen. Daher mein Aufruf zur Solidarisierung und Gründung einer eigenen Partei.

Robert J. Bösch, Lustenau