Angst vor Stein­brucherweiterung

12.06.2019 • 17:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die geplante Steinbrucherweiterung sorgt für Kontroversen.M. Walser
Die geplante Steinbrucherweiterung sorgt für Kontroversen.M. Walser

Betreffend der geplanten Steinbrucherweiterung im Unterklien (Hohenems) müssen die Betroffenen leider feststellen, dass sich Menschen über dieses Projekt äußern, die weder Hintergrundinformation besitzen noch sich mit diesem Thema bis anhin auseinandergesetzt haben. Ich möchte hiermit die Gelegenheit nutzen, all diese Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass die Bergsicherheit in dieser Region sehr fragwürdig ist. So sind in den vergangenen Jahren in der näheren Umgebung bereits mehrere Felsstürze aufgetreten. Ich weise darauf hin, dass bei diesen Vorkommnissen die Sicherheit zuvor durch Geologen garantiert und eine akute Gefährdung ausgeschlossen wurde. Auch haben bei diesen Felsstürzen die im Felsmassiv gesetzten geotechnischen Spione in den Felswänden, die zur Früherkennung von Bewegungen des Berges installiert wurden, keine Warnung abgegeben. Im Rhomberg-Steinbruch selbst kam es 1995 zu einem gewaltigen Felssturz mit 40.000 Kubikmeter Fels und Geröll. Die Arbeiter, welche wenige Minuten zuvor noch nahe des Niedergangs der Gesteinsmassen gewerkt hatten, sind nur dadurch nicht zu Schaden gekommen, weil sie sich in der Mittagspause in der weiter entfernten Unterkunft aufgehalten haben (siehe VN vom 16.10.1995). Die von diesem Erweiterungsprojekt direkt betroffenen Menschen sollten daher nicht belächelt werden, wenn sie von „Angst ums eigene Leben“ sprechen. Die Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben, haben bisher neben dem Steinbruch gelebt, aber bei dieser Erweiterung dann darüber und darunter.

Anton Amann,

Hohenems