Zur Nebensache degradierte Musik

14.06.2019 • 18:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 8. Juni 2019.
VN-Bericht vom 8. Juni 2019.

Der von Christa Dietrich in ihrer Kritik des Zwischentöne-Preisträgerkonzerts bemängelte Altersdurchschnitt der Konzertbesucher wird sich in vergleichbaren Konzerten nicht viel anders darstellen. Das Alter der Interpreten aber war an diesem Abend absichtlich jung. Der für Studierende EU-offene Wettbewerb, vom Verein Kulturkreis Montforthaus ausgelobt und finanziell getragen, stellt durch die Verbindung Musik/Dramaturgie eine Ausnahme unter den Musikwettbewerben dar. Er ist für junge Künstler eine interessante Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu erproben. Die diesjährige siegreiche Basler Studentengruppe fokussierte mutig auf zeitgenössische Musik. Die musikalische Verbindung der Studenten mit jungen Musikanten der örtlichen Musikkapelle löste einige Verwunderung aus, bildete jedoch die Verbindung zu den regionalen kulturellen Veranstaltungen des traditionellen Gasthaussaals. Die Musikanten und überraschten Zuhörer wurden für zeitgenössische Musik sensibilisiert. Nach anfänglichem „Fremdeln“ faszinierten die Künstler das Publikum und erhielten einen begeisterten Schlussapplaus. Im dramaturgischen Teil hätte die Verbindung Musikauswahl und Geschichte des Saales mehr kommuniziert werden können. Fazit: Musik top, Dramaturgie teilweise verbesserungswürdig – ein großes Lob den Interpreten für ihre Ernsthaftigkeit und ihr Können. Sie öffneten in den Köpfen des Publikums eine Tür zur zeitgenössischen Musik. Die ungezwungene Atmosphäre und räumliche Nähe zu den Künstlern unterstützten dies sehr. Der Abend war für das Publikum neu und positiv, mit der Musik in der Hauptrolle!

Marion Rainer,

Feldkirch-Tisis