Verstörte Kinder

28.06.2019 • 15:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sehr geehrter Hr. Hämmerle, in Ihrem Artikel vom 23. Juni schreiben Sie, dass sich die Lehrerschaft und der Elternverband überwiegend für eine Sexualerziehung an Schulen mit externen Vereinen und gegen die Lehrer ausspricht. Als Hauptgründe führen diese an, dass es für Schüler mit Externen leichter und geeigneter wäre, tabuisierte Fragen und Themen zu besprechen und dass diese über eine bessere Ausbildung und Qualifikation für diese Rolle verfügten. Ich vertrete die Stimme jener Eltern, die ganz andere Erfahrungen durch externe Vereine an Österreichs Schulen gemacht haben. Sie berichten, dass ihre Kinder – viele sind noch im Kindergarten oder in der Volksschule – statt Sexualpädagogik-Unterricht regelrecht „Sex-Workshops“ bis zu mehrere Stunden hatten. In diesen werden sie mit pornographischen Inhalten, allen möglichen (nicht altersgerechten) Sexpraktiken und Selbstbefriedigungs-Methoden konfrontiert. Die betroffenen Kinder schämten und ekelten sich maßlos über das Gehörte und das Erlebte – so auch mein zehnjähriger Sohn. Ich frage mich: Ist dies eine sensible und altersadäquate Vorgehensweise für unsere Volksschulkinder? Zeugt dies von einfühlsamer und pädagogischer Qualifikation? Meiner Meinung nach wäre der Wildwuchs und das Risiko eines Sex-Workshops wesentlich geringer, wenn die Sexualerziehung in Zukunft von den eigenen Lehrern mit entsprechender Ausbildung übernommen wird. Sie sind nachher nicht weg, wenn so manches Kind gedemütigt, verstört oder verunsichert zurückbleibt.

Mag. Suha Dejmek, Wien