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Leserbriefe / 01.07.2019 • 19:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Winston Churchill wird nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Spruch „Wir haben das falsche Schwein geschlachtet!“ zugeschrieben. Derselbe Gedanke geht mir durch den Kopf, wenn ich den unendlichen, meist vergeblichen Kampf der Natur- und Umweltschützer gegen den Erschließungsdrang der Touristiker betrachte, die mittlerweile nicht mehr nur den Wintertourismus, sondern auch den Sommertourismus mit Rodelbahnen und neuerdings auch mit „Bikeparks“ (Projekt Brandnertal) beglücken. Negative Stellungnahmen der Naturschutzorganisationen, selbst die der eigenen beamteten Naturschutzgutachter, werden übergangen, zahlreiche negative Äußerungen aus der Bevölkerung einfach überhört. Unsere Empörung sollte aber nicht nur den Planern und Betreibern gelten, die nur ihren Job als Erfüllungsgehilfen von Gemeinden und Investoren machen, die sich eine wachsende Auslastung ihrer Infrastruktur wünschen, sie sollte vor allem jenen Personen gelten, die an den Hebeln der Macht sitzen und die Entscheidungsbefugnis haben und diese fast ausschließlich nur zum Nachteil des Natur- und Umweltschutzes anwenden. Letztendlich sind es die Bezirksverwaltungsbehörden, die Gemeinde- und Landespolitiker, die diese Projekte fördern und bewilligen. Von diesen Köpfen müssen wir ein Umdenken einfordern, in diesen Köpfen müsste dem Natur- und Umweltschutz endlich der gleiche Stellenwert eingeräumt werden wie dem Wirtschaftswachstum und dem angeblichen „öffentlichen Interesse“. Solange das nicht der Fall ist, schließe ich mich weiterhin der Meinung von Sir Winston Churchill an.

Helmut Ernstson, Feldkirch