Die Arroganz

01.07.2019 • 17:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

der Macht

Die gemeinsame Initiative von 13 Vereinen und Institutionen zu einem Moratorium in der Sache Landesgrünzone wird von Landesrat Rüdisser als Sprecher und Vertreter der ÖVP-Position vehement abgelehnt („Grünzone lässt Köpfe rauchen“, VN 29. 6. 2019). Als Begründung wird wieder einmal die Keule der Standortgefährdung geschwungen. Die langjährigen Planungsprozesse der Gemeinden würden die künftige Entwicklung konterkarieren. Bei der Raumbildkonferenz ist eines ganz klar geworden: so kann es nicht weiter gehen! Bildlich gesprochen ist die ÖVP gegenüber den Ergebnissen dieser Konferenz mit Vollgas als Geisterfahrer unterwegs. Die Expertise des Naturschutzrates wird genauso ignoriert wie die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter(innen) der Raumbildkonferenz, die sich von dieser Politik verhöhnt sehen müssen. Völlig einseitig wird nur der alten Wachstumsideologie gehuldigt. Mehr vom Gleichen ist die Devise, ganz nach dem Slogan „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s allen gut“. Die Verlogenheit dieser Propaganda hat sich längst erwiesen. Wenn die Richtung nicht stimmt, wäre es vernünftig, erst einmal stehen zu bleiben. Genau das hätte ein Moratorium bedeutet.

Eine Neuorientierung durch einen demokratischen Prozess, der statt die besten Böden zu versiegeln, nach enkeltauglichen und klimaverträglichen Wegen im Sinne des Gemeinwohls sucht. Über diesen möglichen Prozess einfach drüberzufahren, ist Dialogverweigerung und spiegelt die ganze Arroganz der Macht.

Franz Ströhle,
Vlbg. Alpenschutzverein, Dornbirn