Voller Vorurteile und herabwürdigend

01.07.2019 • 17:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Kommentar „Stunde der Heuchler“ von Harald Walser, VN vom 24. 6.:

Sicher, ein Zeitungskommentar braucht Biss. Aber würden Sie, Herr Walser, als AHS-Direktor und damit besonderes Vorbild für die Jugend einen Schülerzeitungskommentar gutheißen, der in Stil und Inhalt dem Ihren aus vorurteilsüberladenen, herabwürdigenden Worten gleicht (und offenbar vom „Standard“ Behauptungen einfach unhinterfragt und zudem verkürzt abschreibt)? Man muss die kommentierten Menschen nicht mögen – oder doch? – „Liebt eure Feinde!“– aus dem von Ihnen zitierten Evangelium. Sind jedoch Ben Fitzgerald – „dieser Herr“ ist Ihnen nicht einmal seinen Namen wert –, Gudrun Kugler, Sebastian Kurz und 10.000 Betende für Sie noch vollwürdige Menschen, oder nur mehr „Heuchler, Sektierer, Rechtsextreme, katholische Fundamentalisten, Schwafler“? Auch wird Ihre Ansicht über das komplexe Verhältnis von Religion zu Staat nicht höherer Allgemeinbildung gerecht. Abgesehen davon, dass Österreich kein strikt laizistischer Staat oder gar Nordkorea ist, scheint Ihre Meinung zu Religion als Privatsache dem nahe zu kommen, was Ingvill Thorsen Plesner vom norwegischen Zentrum für Menschenrechte unter „säkularem Fundamentalismus“ versteht: „One’s religious identity is hence something that should be left behind, hidden or at least not clearly manifested when entering the public domain and especially public institutions“ (The European Court on Human Rights between fundamentalist and liberal secularism. Paper aus 2005).

Markus Hofmann, Dornbirn