Streitkultur und

02.07.2019 • 16:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

ihre Vorbilder

Als junge Erstwählerin beobachte ich schon seit 1969 die politische Landschaft in unserem so schönen und lebenswerten Österreich. Anfangs bekam ich erst nicht so viel mit, wie gut damals das verbale Niveau unter verschiedenen Politikern wirklich war, aber eines merkte ich ganz deutlich, nämlich, dass so manche diverse Printmedien in den 1960ern schon in den Startlöchern scharrten, als es galt, herauszufinden, welcher Meinungsführer das beste Korrektiv innehatte, damit man nicht Gefahr lief, dass eine antidemokratische Sprachgewalt zur Normalität werden könne. Es wurde damals schon viel gestritten, auch da gab es schon Schmutzkübelkampagnen übelsten Ausmaßes – und jedesmal ließ ich dann Revue passieren, damit ich Gelegenheit erhielt, dies alles zu hinterfragen. Ist wohl offensichtlich schon Standard, dass Personen und Parteien, die sich im Wahlkampf und aus früheren Legislativen auf unterster Schublade beflegelt haben, plötzlich eine Besinnung erfahren, die sie befähigen, mit politischen Gegnern auf Augenhöhe zu agieren, um in den Genuss einer Koalitionsbeteiligung zu kommen? Prinzipienlose Anpasser! Im Nationalrat hat es schon öfter Ordnungsrufe für die Beschimpfungen Lügner, Idiot, Faschist, Blutsauger, Dreckschleuder und miese Kreatur, „Bauernflasch’n, halt die Gosch’n“ von Volksvertretern in einer offiziellen Sitzung gegeben (Quelle: OÖN). Unsere Jugend lechzt nach Vorbildern, aber nicht nach solchen!

Sabine Windberger, Bregenz