„Wohlstandsevangelium“

03.07.2019 • 16:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Kritik von Dr. Harald Walser am Auftritt von Ex-Kanzler Kurz beim „Awaking-Event“ in Wien mit Ben Fitzgerald hat jetzt in den VN eine Reihe von untergriffigen Leserbriefen zur Folge. Die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ warnt eindringlich davor, „Bekehrten“ wie Fitzgerald, der sich 2002 durch ein Jesus-Erweckungserlebnis zum „Heilig-Geist-Verkünder“ gewandelt hat, auf den Leim zu gehen. Bei der „Awaking“-Veranstaltung gab es einen „Business Day“ unter dem Motto „Geschäfte, Unternehmungen, Reichtum für Jesus“. Dort sollte Unternehmertum mit den „Werten des Königreichs Gottes“ verbunden werden.

Felizitas Küble vom „Christlichen Forum“ stellt dazu fest: „In diesen Kreisen wird ein luxuriöses Wohlleben als Segen von oben dargestellt, und Reichtum als eine Art Lohn des Himmels für die Geistbewegten auf Erden. Auch bei den Herren Fitzgerald und White geht es um das Wohlstands-Evangelium, wobei den Anhängern nicht selten mit aufdringlichen Appellen gleichsam der letzte Groschen aus der Tasche herausgelockt wird.“ Wer sich zu einer solchen Veranstaltung begibt, weiß, mit wem er sich einlässt. Und als Politiker gebe ich damit ein Statement ab – besonders, wenn dort „der Segen von oben“ für mich beschworen wird. Alle Alarmglocken sollten läuten, denn Fundamentalisten jeder Couleur – ob „pfingstlerisch“, katholisch oder islamisch, bedrohen die „liberale Demokratie“.

Dr. Werner Bundschuh, Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft, Dornbirn