Korrektheit

Leserbriefe / 04.07.2019 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In der Jubiläumsausgabe „100 Jahre
Russmedia“ wurde auch über den Widerstand der Vorarlberger gegen das damals geplante AKW-Rüthi, direkt an unserer Grenze zur Schweiz, und über das AKW Zwentendorf berichtet. Frontfrau Hildegard Breiner wird zu Recht erwähnt, doch jemanden haben Sie vergessen, den leider viel zu früh verstorbenen Robert Par. Er hatte beste Kontakte zu den ersten Atomphysikern und Befürwortern der Kernkraft in den USA, welche sich später im sehr fortgeschrittenen Alter, ohne Furcht vor der Atomlobby, gegen diese unberechenbare Energiegewinnung wendeten. Er versorgte den damaligen Chefredakteur Franz Ortner laufend mit Fakten. Wir waren damals beide bei der Firma Hirschmann beschäftigt, er als Einkauf- und Personalchef und ich als Werbeleiter. Dabei konnte ich fallweise Illustrationen für seine Anti-Atom-Artikel beisteuern. Seine Korrektheit ging so weit, dass ihm meine leicht überspitzten Karikaturen zum jeweiligen Artikel nicht sachbezogen genug erschienen. Ich korrigierte diese zur informativen Illustration um. Auch nur kleinste,
meiner Meinung nach legitime Übertreibungen, um Aufmerksamkeit bei der Leserschaft zu erzielen, waren dem Toni-Russ-Preis-Träger ein Gräuel, er war die personifizierte fach- und sachbezogene Korrektheit. Die Ergebnisse gaben ihm recht, zumindest in Österreich.

Günter Jochum, Götzis