Hofberichterstattung zur Grünzone

Leserbriefe / 05.07.2019 • 19:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als reichweitenstärkstes Printmedium in Vorarlberg wollen und sollen die VN im redaktionellen Alltag über politische Entwicklungen berichten und gleichzeitig ihre Auswirkungen analysieren. Dabei möchten die VN laut eigener Aussage höchsten journalistischen Ansprüchen gerecht werden. In Anbetracht der Berichterstattung zur Forderung nach einer Nachdenkpause zur Landesgrünzone stellt sich die Frage nach der Verbindlichkeit dieser Aussage. Der Artikel „Grünzone lässt die Köpfe weiter rauchen“ verursacht neben Rauch auch einige Fragezeichen im Kopf. Einen Artikel zu einem Moratorium mit konkreter Forderung, die FS-Widmungen zu hinterfragen, um die tatsächliche Größe der Grünzone zu erheben, mit der Standardaussage des Regierungsmitglieds inkl. Grafik zu beenden, hat leider negativ überrascht. Das könnte als „Hofberichterstattung“ beschrieben
werden. Zumal Beispiele wie das Aludosenwerk in Ludesch, auf rund 3 Hektar als FS-Betriebserweiterung gewidmet, flächenmäßig der Grünzone zugeschrieben werden. Wenn ein Thema von unbestrittener Aktualität, vorgebracht von 14 Organisationen, festgemacht am Raumbild 2030 als strategische Leitlinie für unser Land und basierend auf konkreten Forderungen an die Landesregierung, im ersten Artikel dazu derart der Bedeutungslosigkeit übergeben wird, dann hat das nichts mit journalistischer Qualität und Verlässlichkeit in der Berichterstattung zu tun. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Moratoriumsforderung entsprechend Raum erhalten hätte, zumindest hätten die politischen Standardaussagen/–zahlen hinterfragt gehört.

Kerstin Riedmann,

Verein Bodenfreiheit, Wolfurt