Menschen brauchen Fundamente

Leserbriefe / 05.07.2019 • 19:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Wohlstandsevange-lium“ von Dr. Werner Bundschuh,
VN vom 4. 7.2019:

„Awakening Europe“: als Religions-
wissenschaftlerin, persönlich vor Ort, berichte ich, was ich erlebt habe, weltweit erlebe und stelle es zu den Aussagen von Dr. Bundschuh. Evangelische Zentralstelle: „geistlich Bekehrten“ wie Fitzgerald nicht auf den Leim gehen! Weltweite Realität: keine Kirche schwindet so stark wie gerade die Evangelische. „Geistlich Bekehrte“: evangelikale-pfingstliche Freikirchen wachsen dreimal so schnell wie die Weltbevölkerung! Der Eventort Stadthalle kostet etwas, so wurde zu freiwilligen Spenden aufgerufen. „Freikirchen“ verordnen als einzige Kirchen keine Kirchensteuer, sondern finanzieren sich durch freiwillige Spenden. „Unternehmertum“ soll sich auf die Werte des „Reiches Gottes“ stützen: Ja, nämlich Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit. „Christliches Forum“ kommentiert: „Luxuswohlleben“ als Himmelslohn propagiert. Realität: Langjährige Mitarbeiterin freikirchlicher Missionsprojekte in Afrika, teile ich dort hartes Brot und im Schweiß des Angesichts mit Missionar(inn)en und Eingeborenen. Zu den „Fundamentalismen“ jeglicher Couleur des Herrn Bundschuh: Evangelikal-pfingstlich stützt sich auf Bergpredigt-Fundamente, und Jesus war schlicht der Erfinder gewaltfreier Konfliktlösung. Mohammed, bekanntlich ein Kriegstreiber, islamisierte „mit Feuer und Schwert“. Römische Kirche verbündete sich seit Konstantin fundamental mit weltlicher Macht. Fundamente der Reformation waren damals u. a. „sola scriptura“ = allein die Heilige Schrift. Diskutieren wir demnächst die ideologischen Fundamentalismen liberaler Demokratien? Menschen brauchen zur Orientierung Fundamente. Weise, wer seine Fundamente bewusst wählt.

Dr. Hella Hagspiel-Keller, Bregenz