Abholzung verstärkt

Leserbriefe / 09.07.2019 • 18:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unglaublich. In den vergangenen Jahrzehnten wurde bereits rund ein Fünftel des Amazonas-Waldes vernichtet. Vom Juni 2018 zum Juni 2019 wurden die Abholzungen im brasilianischen Amazonas-Urwald um 60 Prozent (!) erhöht. Insgesamt
gingen demnach im Juni dieses Jahres 762 Quadratkilometer Urwald verloren. Für das gesamte erste Halbjahr werden Verluste von 2300 Quadratkilometern kalkuliert. Schon die Regierung unter Ex-Präsident Temer (2016–2018) hatte sich für eine Lockerung der Umweltauflagen stark gemacht. Damit sollte die Landwirtschaft gestärkt werden, die neue Anbau- und Weideflächen sucht. Der im Januar vereidigte neue Präsident Jair Bolsonaro hat zudem versprochen, Umweltschutzgebiete sowie indigene Reservate für die wirtschaftliche Nutzung öffnen zu wollen. Auch katholische Bischöfe in Brasilien kritisieren immer wieder, dass die Politik den Regenwald der Wirtschaft opfere und dadurch Natur und Lebensräume der indigenen Bevölkerung in Gefahr bringe. Präsident Bolsonaro hat außerdem seit seinem Amtsantritt die Kontrollbehörden weiter geschwächt. Wird sich die dreiwöchige Amazonas-Bischofssynode im Oktober mit dem Titel: „Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine integrale Ökologie“ spürbar dagegen stemmen können?

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn