Anschlag auf Mittelstand

Leserbriefe / 09.07.2019 • 18:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bei der Besitzübergabe von Immobilien im Familienbereich benachteiligt der Österreichische Gesetzgeber mit dem kürzlich eingeführten Stufensteuersatz massiv Privatpersonen gegenüber Gesellschaften mit Immobilienbesitz. Auch die im Mittelstand privat gehaltenen Immobilien und Grundstücke müssen erhalten, verwaltet und unternehmerisch geführt werden. Diese werden meistens der Vermietung und Verpachtung zugeführt. Man muss wissen, dass die Besitzer und Nutznießer von in Gesellschaften gehaltene Immobilien nur einen fixen Einkommensteuersatz, meist unter der Hälfte eines Normalbürgers bezahlen und daher privilegiert, geschenkt steuerfreie Rücklagen bilden können. Privat gehaltene Immobilien, unternehmerisch der Vermietung zugeführt, unterliegen ebenso buchhalterischen und steuerlichen Pflichten und bezahlen pflichtgemäß bis zum höchsten Spitzensteuersatz für Mieterlöse. Die Privaten zahlen bis 3,5 % Erbschaftsteuer vom Verkehrswert, die anderen meistens überhaupt nichts, oder höchstens 0,5% ihrer übergebenen Immobilien. Wo ist da die Gleichheit vor dem Gesetz für eine unternehmerische Zukunft, gleich für alle ÖsterreicherInnen für den Erhalt der Immobilie und gerechter Mietpreisbildung. Jedenfalls widerspricht es eindeutig der Verpflichtung des §5 Abs. 1-3 des Staatsvertrages in Wien, wonach der zukünftige Gesetzgeber verpflichtet ist, keine Diskriminierungen zwischen ÖsterreicherInnen auch auf Bezug ihrer Vermögenswerte zuzulassen. Ich warte auf die Antwort der Politik.

Alwin Rohner, Lauterach