Sanktionspolitik trifft die Schwächsten

09.07.2019 • 16:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Hypo-Konto mit Nähe zu Assad“, vom 5. Juli:

Hier wird eine Kontoverbindung des Cousins von Baschar al Assad diskutiert. Deshalb erlaube ich mir einige freilich unvollständige Eckdaten zur Ist-Situation in Syrien und seinen Nachbarländern anzuführen. Es besteht kein Zweifel: Baschar al Assad hat mit Hilfe seines Militärs und unter militärischer Unterstützung der Russen die IS-Rebellen zu einem großen Teil besiegt. Ohne ihn wäre dieser weltbedrohende Hexenkessel bis heute nicht beseitigt. Dass der IS nicht zuletzt über Saudi-Arabien und damit unterstützt durch den scheinheiligen Westen, entstehen und sich dann rasend ausbreiten konnte, ist eine besondere Ironie der Geschichte. Jedenfalls hat der vom Westen so genüsslich als „Diktator“ bezeichnete Assad Stabilität für die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und nicht zuletzt vor allem für die Christen wiederhergestellt. Heute ist die Art der Nahostpolitik durch den US-geführten Westen nicht besser als damals gegen Syrien oder gar besser als die Taten Assads. Beispielsweise verhängte die USA Wirtschaftssanktionen gegenüber dem Libanon, weil dort die Hisbollah nach einer demokratischen Wahl drei Minister und mehrere Kabinettsmitglieder im Parlament stellt. Selbst Spenden für die ärmsten Menschen, und der Libanon beherbergt immer noch 1,5 Millionen Flüchtlinge bei vier Millionen Einwohnern, können nicht mehr per Banküberweisung getätigt werden. Die internationale, der USA hörige Finanzwelt macht sich hier mehr schuldig als woanders.

P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn