Wildskandal

Leserbriefe / 09.07.2019 • 18:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

im Mellental

Wenn der Wald in schlechtem Zustand ist, werden prinzipiell „zu hohe Wildbestände“ dafür verantwortlich gemacht. In diese Kerbe schlägt nun auch der Landesvolksanwalt. Die Wildtiere, so heißt es dann, verbeißen und schälen die in einem Wald gewünschten Zielbaumarten. Das K.o.-Argument, dass damit die Schutzwaldfunktion nicht mehr gegeben ist, hat die Forderung des Forstes zur Folge, „Schalenwild auf ein verträgliches Maß zu reduzieren“, sprich möglichst viel Rot- und Rehwild zu erschießen. Nachdem es ja mittlerweile ja auch ein (!) Gutachten gibt, das die Waldverwüstung durch zu hohen Wildbestand bestätigt, heißt es also Feuer frei im Wildgatter. Ein wahres Gemetzel. Eine Lösung, die sich aber seit Jahrzehnten nicht bewährt hat! Prof. Dr. Arnold, Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie in Wien, fand hingegen heraus, dass eine verkürzte Jagdzeit in Verbindung mit absoluten Wildruhezonen, der beste Waldschutz ist. Der beste Wildtierschutz übrigens auch. Hier ist auch in Vorarlberg noch viel Potenzial vorhanden, die gesamtökologischen Zusammenhänge zu untersuchen. Die „untätige“ Behörde, die für Tiergesundheit, Tierseuchen, Tier-, Natur- und Artenschutz, Forst, Landwirtschaft und Tourismus in einem zuständig ist, müsste halt „nur“ alle Interessen in Einklang bringen, um zu „klimafitten“ Lösungsalternativen zu kommen, die eine Lebensraumqualität für Menschen und Wildtiere dauerhaft hervorbringen.

Ulrike Schmid, Götzis