Klimawandel-Zweifler

10.07.2019 • 16:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In einem Artikel in der Zeitschrift „Geo“ stand, dass die Arktis zum ersten Mal in Jahrmillionen auftaut. Nehmen wir an, die Arktis war vor 4 Mill. Jahren das letzte Mal eisfrei. Weiters stellen wir uns eine Zeitachse vor, auf der 100 Jahre einem Millimeter entsprechen, so kommen wir auf 40 Meter. Auf dieser Achse entspräche die Entfernung zu Christi Geburt zwei Zentimeter. In diesen 2000 Jahren gab es Warmzeiten, Wein wuchs bis hoch in den Norden. Ein beliebtes Argument der Klimawandel-Gegner. Die Ausdehnung des Nordpolareises veränderte sich in diesen 2000 Jahren jedoch nicht wesentlich. Vor 200 Jahren begannen die Menschen, fossile Brennstoffe zu nutzen. Auf unserer Zeitachse sind das zwei Millimeter. Innerhalb dieser Zeit erhöhte sich das CO2 in der Atmosphäre um 40 Prozent. Die Ausdehnung des Nordpolareises verringerte sich gleichzeitig um 30 Prozent. Ist der Klimawandel innerhalb dieser zwei Millimeter auf unserer 40 Meter langen Zeitachse erdgeschichtlicher Zufall? Wohl nicht! Die Zweifler fürchten um ihren Wohlstand und ihren Arbeitsplatz, wenn weitreichende Entscheidungen getroffen werden, um den Klimawandel zu stoppen. Das ist verständlich. Wenn wir jedoch unserer Enkelgeneration ein gutes Leben ermöglichen wollen, dann müssen wir unseren Lebensstil verändern. So weh dies auch tut.

Rudolf Weingärtner,

Dornbirn