Bregenz verkommt

12.07.2019 • 18:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

im Plastikmüll!

Seit vielen Jahren schon verbringen wir immer eine Woche Urlaub im Ländle, und zwar in Bregenz am Bodensee. Diesmal jedoch dachten wir, wir haben den falschen Zug erwischt – und sind in Neapel gelandet. Leider nein, es war doch Bregenz. Überall auf den Straßen, vor Hauseingängen stachen uns massenweise gelbe Säcke ins Gesicht, gefüllt mit Plastik. Vor Einfamilienhäusern waren bis zu zwei Säcke, vor Wohnanlagen bis zu 50! Was für ein Bild, das wir eigentlich nur aus Ländern kennen, wo Müllabfuhr ein Fremdwort ist. Die wunderschöne Stadt am Bodensee besticht dieses Jahr mit Plastik auf den Straßen, Säcken, die aufgerissen wurden (von Vandalen, aber auch von Vögeln), es stank teilweise erbärmlichst, besonders, als es so heiß war, wir sind schockiert. Ist das überall im Ländle so? In Zeiten der Nachhaltigkeit wird jetzt Plastik in Plastiksäcken auf den Straßen abgestellt? Auch wenn anscheinend alle zwei Wochen die Abholung erfolgt, so sahen wir die Säcke täglich. Wir fragen uns auch ernsthaft, wie sinnvoll das für die Müllabholung ist. Es muss ja jeder Sack einzeln angegriffen werden, wäre ein Container nicht schneller geleert und auch viel hygienischer? In Ländern wie Kenia wurden Plastiksäcke schon vor 1,5 Jahren verboten, um ein sauberes Landschaftsbild zu bekommen bzw. dann auch zu erhalten.

Wie auch immer, die Stadt, die von Touristen geprägt ist, ist nun auch Müllhalde geworden, eigentlich sehr schade. Sehen das die Verantwortlichen nicht oder wird man mit der Zeit betriebsblind? Neben vielen schönen Begegnungen ist es leider das, was in Erinnerung geblieben ist, nämlich Straßen, gesäumt von gelben Plastiksäcken. Fortschrittlich ist das mit Sicherheit nicht.

Birgit Pfeifer, Wien