Gymnaestrada – regional und fair?

Leserbriefe / 12.07.2019 • 20:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine tolle Idee, die hinter der Weltgymnaestrada 2019 steckt. Sportler aus über 60 Nationen zeigen uns die ganze bunte Vielfalt ihres Könnens: Gymnastik, Tanz, Akrobatik und vieles mehr. Die Gymnaestrada ist eine riesige Chance für den Tourismus und auch eine große Chance für die heimische Landwirtschaft – habe ich zumindest mit meinem positiv denkenden Unternehmer-Verstand gedacht. Doch weit gefehlt! Für die 13.000 Essen in der Messehalle wurden zwar über 1000 Kilo Nudeln verwertet. Doch keine einzige Nudel eines heimischen Landwirts landete auf den Tellern. Weder vom Martinshof noch vom Sennhof als heimische Landwirte und Produzenten wurden die Nudeln geordert. Ich frage mich, weshalb die aktuelle Tourismus- und Landwirtschaftsstrategie hier nicht berücksichtigt wird. Im Interview verwies Seidl Catering darauf, dass regionales Geschirr verwendet wird. Ist das alles? Wir Landwirte und Produzenten leisten täglich unseren Beitrag, damit die Wertschöpfung im Land bleibt, wir sorgen für Arbeitsplätze und produzieren hochwertige Nahrungsmittel. Meine provokante Frage: Ist regional und fair nur als Marketinggag gedacht? Das frage ich die Verantwortlichen, die viel Steuergeld für Strategiepapiere und Konzepte in Tourismus und Landwirtschaft ausgegeben haben. Es ist eine verpasste Chance! Eine Strategie auch konkret umzusetzen und mit Leben zu füllen, muss das Ziel sein. Sonst ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben steht!

Gebhard Flatz, Sennhof, Rankweil