Sinnerfassend lesen

Leserbriefe / 12.07.2019 • 20:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Frau Dr. Gudrun Kugler, VN vom 28.6.19:

Am Ende ihres Leserbriefs, in dem sie „zivilisierte Diskussion statt Diffamierung“ fordert, fragt die Nationalratsabgeordnete Dr. Gudrun Kugler – bezüglich eines Kommentars von Dr. Walser – wie man junge Menschen nach so viel „Drüberfahren und Diffamieren“ fit für die Demokratie machen wolle. Ich meine, indem sie lernen sollten, genau und sinnerfassend zu lesen, um die Absicht hinter kleinen Ungenauigkeiten zu erkennen. Frau Dr. Kugler schreibt z. B. – ganz verallgemeinernd –, Katholiken würden als Fundamentalisten bezeichnet. Das stimmt nicht. Es heißt, dass rechte Fundamentalisten versuchen, in der ÖVP Fuß zu fassen und er nennt die Frau persönlich eine Fundamentalistin. Dann schreibt sie von einer „Gebetsveranstaltung von gesetzlich anerkannten Freikirchen“ in der Mehrzahl. Das stimmt auch nicht. Das Wort „Nazi“ vor Sektenspektakel stammt von Frau Dr. Kugler selbst, es kommt im Artikel nicht vor. Von den „bösen Christen“ ist nirgends die Rede – nur so viel zu Diffamierungen. Will man da in eine Opferrolle? Dann wird noch Kardinal Schönborn zitiert, der anscheinend meinte, Gebete für Politiker gehörten zur Grundsubstanz des Christentums. Sicher! Ob das ein Gebet war – gut – das ist Ansichtssache. Gott sei Dank haben einige in der Diözese Wien auch daran gezweifelt und Stellung bezogen.

Elisabeth Kriss, Göfis