Herdenschutz

Leserbriefe / 18.07.2019 • 16:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

richtig umsetzen

Zum Bericht „Wolf ist erstmals auf der Abschussliste“ VN vom 18. 7. 2019:

In den VN äußert der Wildbiologe Hubert Schatz Verständnis für die Wolfs-Abschussforderungen in Salzburg und verweist darauf, dass „Wölfe, die trotz gesetzter Maßnahmen wie Behirtung und Umzäunung in Schutzbereiche eindringen, entnommen werden können müssen“. Diese Aussage ignoriert freilich die entscheidende Tatsache, dass die betroffenen Herden überhaupt nicht geschützt waren. Selbst die in Salzburg vorhandenen „Notfall-Sets“ wurden nicht angewendet, weshalb der Verdacht naheliegt, dass die Situation bewusst eskaliert werden sollte. Ebenfalls kritisch ist, wenn international bewährte Herdenschutzmaßnahmen von vornherein abgelehnt werden. Andere Länder, wie die Schweiz, zeigen längst vor, wie es gehen könnte. Wieso sollten dies also Salzburg, Vorarlberg und andere Bundesländer nicht auch zumindest versuchen? Fakt ist: Richtig angewendeter Herdenschutz sorgt dafür, dass Wölfe von Beginn an Weidetiere meiden und Wildtiere erbeuten, weil sie sonst einen Stromschlag bekommen oder sie ein Herdenschutzhund vertreibt. Deshalb gilt mehr denn je in Sachen Wolf: Weg von Märchen und Abschussfantasien hin zu praxis­tauglichen Lösungen, die dem EU-Naturschutzrecht entsprechen.

Christian Pichler, WWF Österreich, Wien