Kardinal Müller

Leserbriefe / 21.07.2019 • 17:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schon länger ist immer wieder die Rede von den vielen und einflussreichen Gegnern von Papst Franziskus. In Bezug auf die Benachteiligten und Flüchtlinge bleibt der Papst auf seiner ursprünglichen Linie. Aber in Bezug auf innerkirchliche Reformen ist auch bei ihm ein wachsender Einfluss von konservativen Beratern festzustellen. Der Kardinal G. L. Müller ist einer der erklärten Gegner des Papstes. Er war in Deutschland Dogmatikprofessor. Benedikt XVI. rief ihn kurz vor seinem Gang in die Pension als Präfekt an die Glaubenskongregation. Fünf Jahre lang versuchte ihn Franziskus mit auf die Reise zu nehmen, doch dann sah er, dass dies unmöglich sei und entfernte ihn abrupt aus seinem Amt. Seither bekämpft Müller ganz offen alle Initiativen seines Vorgesetzten. Natürlich kritisiert er zur Zeit auch die Vorbereitung der Amazonassynode, von der viele große Veränderungen erwarten. Müller stellt im Arbeitsdokument der Synode schwere theologische Mängel fest. Es enthalte sogar eine falsche Lehre, nämlich dass das Amazonasgebiet Quelle für eine Offenbarung Gottes sei. Dagegen stehe seit 2000 Jahren die unfehlbare Lehre von den zwei einzigen Quellen der Offenbarung Gottes. Die Eingeborenentheologie und die Ökotheologie des Dokuments bezeichnet Müller als Kopfgeburt von Sozialromantikern. Dass die Autoren oft die neuesten Dokumente des jetzigen Papstes zitieren, bezeichnet Müller als Schmeichelei. Dagegen gebe es nur wenige Hinweise auf die beiden Vorgängerpäpste oder auf die Kirchenväter.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn