Wildtiere in der
Zivilisation

Leserbriefe / 28.07.2019 • 15:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Fuchs und Dachs auf Städtetrip“ vom 27. 7. 2019:

Es ist sehr erfreulich, wenn hin und wieder auch einmal über wildlebende Tiere in der Zeitung geschrieben wird. Weniger erfreulich ist dann, wenn der Fokus der Berichterstattung nur auf negative Begleiterscheinungen gerichtet wird, nämlich, dass Wildtiere Schäden machen und Krankheiten übertragen. Würde man den Blick einmal wenden und die Situation vom Tier aus betrachten, wäre die Perspektive vermutlich weitaus dramatischer: Überall Barrieren, die es zu überwinden gilt, Betonmauern, Drahtzäune, asphaltierte Straßen mit rollenden Monstern werden blitzschnell zu tödlichen Fallen und zerstören dabei gewiss auch Familienverbände. Die Menschen beanspruchen als invasivste Art überhaupt den gesamten Lebensraum für sich, verbauen täglich riesige Flächen und „kultivieren“ das Land (auch) für die nach eigenen Bedürfnissen gezüchteten Tiere. Wildlebende Tiere werden offenbar kaum mehr geduldet und das Verschwinden mancher Arten, wenn überhaupt, nur noch mit einem Achselzucken registriert. Was das Übertragen von Krankheiten angeht und die damit häufig einhergehende Panikmache, ist es wohl weitaus wahrscheinlicher, sich beim Wandern mit Borreliose zu infizieren. Mich persönlich befällt jedenfalls ein deutliches Unbehagen bei dem Gedanken, dass Wildtiere in der „Zivilisation“ keinen Platz mehr haben (sollen)!

Ulrike Schmid, Götzis