Beamter oder Arzt?

05.08.2019 • 16:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unser Gesundheitssystem ist beachtlich gut. Trotzdem schreibe ich auch für jene, die still leiden, denn: „Mir gab ein Gott zu sagen, dass ich leide“ (Goethe). Der Amtsarzt beurteilt nach vorgegebenen Kriterien. Ich könne alleine essen, wenn auch mit tauben Fingerspitzen ungelenk, und alleine aufs WC gehen. Für den Rest sind 105 Stunden/Monat berechnet – Pflegestufe 2. Unser Hausarzt sagte mir einmal: „Der Körper merkt sich alles.“ Während meines Afrikaeinsatzes von 1971 bis 1974 hatte ich zweimal die Malaria, das Dengue Fieber (41 Grad Körpertemperatur), die Amöbenruhr, Askaris, Autounfall mit radial gebrochener Kniescheibe (sechste OP mit Prothese 2012).

Von September 2017 bis Februar 2018 hatte ich zwölf Chemotherapien mit abschließender Brustoperation. Meine Osteoporose verschlechterte sich um 15 Prozent auf 3,5/5 und verursachte im Mai 2018 einen Wirbelbruch, der bis heute starke Rückenschmerzen verursacht. Im Schneckentempo wanke ich dahin. Ist die Bushaltestelle nicht gut erreichbar, brauche ich Hilfe. Unbezahlt schaffte ich schmerzerträglich eine halbe Stunde am Arm meines Mannes, dessen Körper nun Asche ist. Sind einzelne Fälle für ­einen Amtarzt von Interesse?

Margarete De Rosso-Zsulits,

Bregenz