Millionärssteuer?

Leserbriefe / 07.08.2019 • 17:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es gibt Argumente dafür und Argumente dagegen; den Ausschlag geben sollten wohl jene, die gewichtiger sind. Johannes Huber hat in seinem VN-Artikel vom 5.8.19 „Ganz wenige besitzen sehr viel“ die Meinung von vier Experten erhoben. Da stechen auffallende Zahlen ins Auge: 150.000 Haushalte in Österreich haben mehr als eine Million Euro. Diese Spitze der Gesellschaft verfügt über rund 23 Prozent des Gesamtvermögens. Wohlgemerkt: Die Häuslbauer gehören hier nicht dazu. Die Vermögensbesteuerung ist in Österreich innerhalb der OECD im unteren Drittel angesiedelt, die Besteuerung der Arbeit aber im oberen Drittel. Die Folge ist eine Vermögensungleichheit, und die ist in Österreich sehr bedenklich: 1,25 Millionen Menschen leben an der Armutsgrenze und 250.000 leben in bedrückender Armut; darunter sind Kinder, Frauen im Alter, Alleinerzieherinnen und Langzeitarbeitslose. Von mehreren Finanzexperten wird befürchtet, dass bei der Einhebung einer Millionärssteuer Kapital ins Ausland abfließe. Ist hier nicht die Meinung berechtigt, darauf vertrauen zu können, dass die Wohlhabenden, die durch Fleiß und Tüchtigkeit zu einem überdurchschnittlichen Vermögen gekommen sind, nicht einfach aus Eigennutz Österreich verlassen würden? Die Annahme ist berechtigt, dass im Hinblick auf die eineinhalb Millionen Armen die Moral und die Solidarität die Oberhand gewinnen und die Vermögensungleichheit im Sinne der Gerechtigkeit abgemildert wird.

Alois Schwienbacher, Altach