Arme Millionäre

Leserbriefe / 08.08.2019 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die armen Millionäre kommen einfach nicht zur Ruhe – Leitartikel VN vom 5.8.2019 –, und unermüdlich werden Erbschafts- und Vermögenssteuern gefordert. Es wird dann weiter ausgeholt und wieder der Gerechtigkeitsgedanke ins Spiel gebracht. Zur Wiederholung: Die alte Erbschaftssteuer brachte wenig und war in der Einhebung kompliziert. Es wurden jedoch Ersatzsteuern eingeführt: Die Immobilienertragsteuer und die Ausweitung der Grunderwerbsteuer, und diese treffen mit gewissen Ausnahmen auch Häuslebauer. Man will sozusagen mit der Besteuerung das Vermögen einebnen. Ganz gut geeignet wäre der in einem Modell der WU angedachte Steuersatz von 25 % für Erbschaften über 1 Mill. Euro. Da würde manchen die Luft wegbleiben. Es gibt große Vermögen, die wenig Ertrag abwerfen. Das wäre dann ein erheblicher Eingriff in die Substanz. Es sollte nicht so sein, dass man etwas verkaufen muss, um die Erbschaftssteuer zu bezahlen. Außerdem würden gutgehende Betriebe kapitalmäßig geschwächt werden. Dankenswerterweise erschien ein Artikel über den Taxfreedomday, wo wir weit hinten sind (Durchschnittsabgabenbelastung 60 %) – und da will man noch neue Steuern einführen? In der Theorie kann man viele Modelle entwickeln, die Praxis schaut dann meist anders aus, auch wegen nicht kalkulierbarer Faktoren. Denkansätze sollten nicht nur bis zur Nasenspitze reichen oder von Sozialutopie gesteuert sein.

Dr. Rudolf Rudari, Bürs