Unausgegorene
Uferverbauungspläne

08.08.2019 • 16:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach jüngsten Presseberichten will die Landeshauptstadt Bregenz am See massiv investieren. Wenig davon scheint ausgegoren, und nichts wurde mit den Bürgern diskutiert. Da kursiert zunächst einmal die Idee, das Steilufer vor dem Melanie so zu verbauen wie das Flachufer im Bereich der Mili. Dafür wird man nicht nur große Steine benötigen, sondern Felsen. Die Idee, dort einen zweiten Steg zu bauen, könnte Sinn machen, aber nicht um den Preis der Zerstörung der Pipeline, die für Badende ideal ausgebaut ist. Der bestehende Steg vor der stadtseitigen Kaserne wird übrigens vor allem auch deshalb so gut „angenommen“, weil die Badegäste über das verbaute Ufer daneben nicht mehr in den See kommen, nachdem dieser mit großen, kaum begehbaren Steinen verbarrikadiert wurde. Der Rad- und Fußgängerübergang beim Hafen soll verlegt werden. Dies wäre sicher sinnvoll, aber woher den Platz nehmen und nicht stehlen? Daneben soll eine Überführung über die Eisenbahn kommen, die aber für Fahrradbenützer wohl nicht verwendbar sein kann. Prinzipiell ist es gut, dass der Zugang zum See verbessert wird. Dies sollte aber im Dialog mit denen geschehen, die diesen Zugang auch brauchen und jetzt schon benützen. Eine Ufergestaltung wie zwischen Rhomberghaus und Hafen, die kaum mehr begehbar ist, nützt niemandem. Wir sollten daher alle gemeinsam über Lösungen nachdenken.

Dr. Wilfried Ludwig Weh,
Verein Fairer Naturgenuss, Bregenz