Dauerkampf ums Überleben

09.08.2019 • 15:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach dem Lesen des Artikels „Ein Dauerkampf ums Überleben“, VN vom 23. Juli 2019, frage ich mich, inwieweit die Berichterstattung von dem Ziel getragen ist, Mitleid zu erwecken und Mithilfe zu erbitten, und warne zugleich Vermieter aus meiner beruflichen Erfahrung heraus, solchen Berichten leichtgläubig hilfreiche Taten (Mietangebote) folgen zu lassen. Keinesfalls sollte bei einer Vermietung eine kritische Prüfung der Mietinteressenten unterbleiben. Mit dem Mieter sollte vereinbart werden, sofern Missstände und Schäden in einer Wohnung oder einem Haus sichtbar werden, sofort den Eigentümer darüber zu informieren. Selten erlebe ich, dass die Darstellungen von Ungerechtigkeiten einer genaueren Betrachtung standhalten. Zustände, die von Mietbewerbern vorwurfsvoll beklagt werden, sind oftmals nachträgliche Rechtfertigungen dafür, dass Mietzahlungen nicht geleistet wurden. Bei der Wohnungssuche kann der Interessent dem Vermieter einen Kontakt zum bisherigen Vermieter herstellen und darlegen, wie er die Finanzierung für einen neuen Mietvertrag organisiert. Mieter, die ihre Verpflichtungen zunächst leichtfertig zusagen, folgend jedoch ihren Part nicht leisten und dem Eigentümer nicht selten eine abgewohnte Wohnung hinterlassen, sehe ich als Ursache dafür, dass ganze Personengruppen ein negatives Image gewinnen. Als benachteiligt geltende Personengruppen erhalten in unserem Land umfangreiche Sozialleistungen und finden, so meine Erfahrung, durchaus bewohnbare Wohnungen, sofern sie den Eigentümer mit soliden Fakten von sich überzeugen.

Dipl. Ök. Doris Ramspeck (M.A.), Feldkirch